Konferenz von Santiago
Die Konferenz von Santiago am 15. April 1972 war der dritte Anlass, bei dem die Entwicklungsländer die Reichen mit der Notwendigkeit konfrontierten, Handels- und Hilfsmaßnahmen effektiver einzusetzen, um den Lebensstandard in der Entwicklungswelt zu verbessern. Die Diskussion konzentrierte sich auf das internationale Währungssystem und insbesondere auf den Vorschlag des Südens, dass ein höherer Anteil neuer Sonderziehungsrechte (SZR) den LDCs als Form der Hilfe zugewiesen werden sollte (der sogenannte 'Link'). In Santiago kam es trotz Vorkonferenzen zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Gruppe der 77 (G77). Es gab Uneinigkeit über den SZR-Vorschlag sowie zwischen denjenigen in der G77, die grundlegende Änderungen wie eine Änderung der Stimmrechtsverteilung zugunsten des Südens beim IWF wünschten, und denjenigen (hauptsächlich die lateinamerikanischen Länder), die weitaus mildere Reformen anstrebten.
