Der Westfälische Friede
Das tatsächliche Ende des Reiches vollzog sich in mehreren Schritten. Der Westfälische Friede von 1648, der den Dreißigjährigen Krieg beendete, verlieh den Gebieten fast vollständige Unabhängigkeit. Der Calvinismus war nun erlaubt, aber Täufer, Arminianer und andere protestantische Gemeinschaften erhielten weiterhin keinerlei Unterstützung und wurden bis zum Ende des Reiches verfolgt. Die Schweizerische Eidgenossenschaft, die bereits 1499 eine Quasi-Unabhängigkeit erlangt hatte, sowie die nördlichen Niederlande verließen das Reich. Die habsburgischen Kaiser konzentrierten sich darauf, ihre eigenen Ländereien in Österreich und anderswo zu festigen. Die Verträge von Westfalen beendeten eine katastrophale Periode der europäischen Geschichte, die den Tod von etwa acht Millionen Menschen verursachte. Wissenschaftler haben Westfalen als den Beginn des modernen internationalen Systems identifiziert, das auf dem Konzept der westfälischen Souveränität basiert, obwohl diese Interpretation angefochten wurde.
